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Mauke – schmerzhafte Entzündungen in der Fesselbeuge

Bei Krusten in der Fesselbeuge läuten bei den meisten Pferdebesitzern bereits die Alarmglocken. Hoffentlich keine Mauke! Die entzündlichen Hautveränderungen sind oft hartnäckig und erfordern eine umfassende Behandlung. Je früher eine Mauke erkannt wird, desto besser ist sie zu behandeln. Bereits Rötungen der Haut können erste Anzeichen einer Mauke sein.

 

Entstehung von Mauke

Mauke, die auch als Fesselbeugendermatitis bezeichnet wird, tritt üblicherweise im hinteren Fesselbereich auf. Manchmal können sich die entzündlichen Hautveränderungen aber auch bis über das Fesselgelenk hinaus nach oben ausbreiten.

Erste Anzeichen einer akuten Mauke sind Rötungen der Haut, Papeln oder Pusteln im Bereich der Fesselbeuge. Bilden sich dann feine Risse in der obersten Hautschicht, können sich dort Bakterien ansiedeln und in der Folge Entzündungen hervorrufen. Besonders empfindlich sind Pferde mit weißen Beinen, deren Haut durch die schwache Pigmentierung anfälliger ist. Aber auch Pferde mit üppigem Fesselbehang neigen zu Mauke. In den langen Haaren sammelt sich schnell Dreck an und der Bereich trocknet nicht gut ab – ein optimales, feucht-warmes Milieu für Bakterien, Pilze oder Ektoparasiten. Schreiten die Hautveränderungen weiter fort, bildet sich ein krustiger Belag. Werden die Veränderungen zu tief und schmerzhaft, beginnen die Pferde zu lahmen und es kann zusätzlich eine Phlegmone entstehen.

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen der Mauke:

Die milde Form (trockene Mauke) äußert sich durch Schuppen und trockene Krusten. Bei Kontaktallergien oder Ektoparasitenbefall als Ursache kommt häufig ein starker Juckreiz hinzu. Dies betrifft vor allem die oberflächliche Haut.

Bei der exsudativen Form (nässende Mauke) sind auch tiefere Hautschichten betroffen. Die Haut ist gerötet, es kommt zu nässenden Hautausschlägen und teils eitriger Krustenbildung.

 

Typisch für Mauke sind Krusten und Rötungen der Haut

Mauke kann sich bis zu einem chronischen Stadium fortsetzen. Man spricht dann von einer Warzenmauke, bei der die Haut verhornt und sich warzenartige Wucherungen bilden. Diese Form der Mauke ist besonders schwerwiegend und erfordert die Behandlung durch einen Tierarzt.

 

Ursachen

Doch wie kommt es überhaupt zu derartigen Hautveränderungen? Bei der Ursachen-forschung zieht man mehrere Möglichkeiten in Betracht.

Mauke ist oft multifaktoriell bedingt, soll heißen, es gibt selten die eine Ursache. Unzureichende Haltungsbedingungen begünstigen die Entstehung einer Mauke. Vor allem das Stehen in Matsch oder feuchter Einstreu greift die natürliche Hautbarriere an, wodurch Bakterien leichter eindringen können. Auch zu häufiges Waschen führt dazu, dass die Haut aufweicht und leichter zu durchdringen ist.

Als Ursache für die Entstehung einer Mauke kommen Infektionen, hervorgerufen durch Milben,  Bakterien (z. B. Staphylokokken) oder Pilze in Betracht. Um welche Art von Infektion es sich handelt, kann der Tierarzt mittels eines Hautgeschabsels oder Abklatschpräparats feststellen.

Bei der sogenannten Kontaktdermatitis treten Entzündungen als Reaktion auf irritierende Umweltkomponenten auf. Das können bestimmte Pflanzen, Kot, Urin, UV-Strahlung oder andere Einflüsse sein, auf die das Pferd sensibel reagiert.

Ein geschwächtes Immunsystem oder ein überlasteter Stoffwechsel zeigt sich häufig an der Haut, sie wird angreifbar und ein weiterer Grundstein für Mauke ist gelegt. Ein Ungleichgewicht in der Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen kann die Hautfunktion ebenfalls beeinträchtigen.

 

Mauke richtig behandeln

Generell gilt: je früher die Mauke erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Ist die Entzündung erst einmal fortgeschritten, dauert es zunehmend länger, bis sich die Haut regeneriert.

Die betroffenen Bereiche sollten regelmäßig mit einer Waschlösung desinfiziert werden; am besten täglich. Bei starken Verkrustungen kann für 2-3- Tage ein Angussverband mit desinfizierender Lösung angelegt werden. Nach dem Waschen bzw. Abnehmen des Verbandes die Fesselbeuge mit einem sauberen Tuch vorsichtig abtrocknen. Bei Pferden mit langem Behang diesen vorher kürzen.

Die weitere Behandlung erfolgt abhängig von der Art der Mauke und der Ursache, soweit bekannt.

Bei nässender Mauke ist das vorrangige Ziel, dass die Wunden abtrocknen. Bestimmte Pflanzen können dabei unterstützen, indem man sich ihre zusammenziehenden Eigenschaften zu Nutze macht. Hierzu zählt beispielsweise die Eichenrinde.

In der Heilpflanzenkunde findet vor allem die Rinde der einjährigen Zweige der Eiche Verwendung

Die in der Eichenrinde enthaltenen Gerbstoffe sorgen für eine Verfestigung der oberen Gewebeschichten und dichten kleine Blutgefäße ab. Dies verringert nicht nur das Austreten von Gewebeflüssigkeit, sondern schützt gleichzeitig vor dem Eindringen von Bakterien. Auch wirkt die Eichenrinde dadurch Juckreiz-lindernd.

 

Sind die Wunden abgetrocknet oder handelte es sich von Anfang an um eine trockene Mauke, ist das Ziel eine schonende Entfernung der Krusten. Hierfür eignen sich z.B. Salben mit Honig.


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Bei der Behandlung von Mauke macht man sich die stark antibakterielle Wirkung von Honig zu Nutze

Honig ist für seine antibakteriellen Eigenschaften bekannt und fördert gleichzeitig die Wundheilung. Auch bestimmte Heilpflanzen können zur Pflege der beanspruchten Hautpartien beitragen. Die Ringelblume wirkt entzündungs-hemmend, wundheilungsfördernd und fördert die Hautneubildung.

Ist die Mauke durch Milben verursacht, reichen diese Maßnahmen meist nicht aus. Hier sollte zusätzlich mit einem insektiziden Tierwaschmittel behandelt werden.

 

Fallbeispiel

In diesem Beispiel handelt es sich um Ringo, einen 24-jährigen Warmblut-Araber-Mix, der vor allem im Sommer immer mal wieder mit trockener Mauke zu tun hat. Es sind nur die weißen Beine betroffen, deren Haut besonders empfindlich ist.

Vorgehensweise bei der Behandlung von trockener Mauke

 

 

1. Die unbehandelte Fesselbeuge mit Krusten und deutlichen Rötungen

 

 

 

2. Fesselbeuge nach Waschen und Einweichen der betroffenen Hautpartie. Die Krusten wurden vorsichtig entfernt.

 

 

 

3. Auftragen einer wundheilungsfördernden Salbe mit Pflanzenauszügen und Honig.

 

 

 

Ergänzend zu der äußeren Behandlung bekam Ringo eine Stoffwechsel-Kur zugefüttert, da Hautprobleme mit einer Überlastung von Leber und Nieren zusammenhängen können. Durch eine gezielte Unterstützung des Stoffwechsels kann die Hautfunktion positiv beeinflusst werden.


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Artikel von Helena Hollenhorst
M. Sc. Tierwissenschaften
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