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Übergewicht beim Pferd und seine Folgen

Wenn man sich in deutschen Ställen umschaut sieht man immer mehr gut genährte Pferde. Leider ist ein übergewichtiges Pferd nichts, auf das man stolz sein sollte. Zuviel Gewicht ist eine massive Gefahr für die Gesundheit seines Lieblings. Häufig wird ein moppeliges Pferd verharmlost und Sprüche wie „Der hat halt einen guten Hunger – kommt ganz nach dem Papi“ verharmlosen das Problem. Für das Pferd ist es nicht lustig oder harmlos – lesen Sie hier, welch gravierende Folgen Übergewicht bei Pferden haben kann.

Stoffwechselerkrankung Hufrehe

Fettleibigkeit hängt sehr eng mit der Entstehung von Stoffwechselerkankungen zusammen. Nicht selten bekommen moppelige Pferde die gefürchtete Hufrehe, Cushing oder EMS (Equines Metabolisches Syndrom). Die Hufrehe ist eine akute oder chronische Entzündung der Huflederhaut und für das Pferd äußerst schmerzhaft. Sie ist eine der häufigsten Ursachen für das Einschläfern von zu dicken Pferden. In einer dänischen Studie, an der 110 Pferde mit Hufrehe teilnahmen, musste binnen eines Jahres 1/3 der Pferde eingeschläfert werden.

Nicht nur Kaltblüter oder Ponies leiden häufig an Übergewicht. Auch bei unseren Warmblütern sind Rundungen gerne gesehen.

Viele beliebte Pferderassen, sind sehr leichtfuttrig und neigen daher schnell zu Übergewicht. Schwere und leichte Kaltblüter, wie z. B. Haflinger und eigentlich alle Ponyrassen, angefangen beim Shetty bis zum Tinker kommen mit erstaunlich wenig Futter aus.

Doch auch in vielen Freizeitställen finden sich Warmblüter, bei denen die Rippen nicht mehr fühlbar sind. Auch diese sind vor einer Hufrehe oder anderen Stoffwechselerkrankungen nicht geschützt.

 

 

Rund statt eckig

Für ein molliges Pferd bekommt man im Reitstall selten einen Kommentar. Pferde, bei denen Rippen sichtbar sind, lösen da schon häufiger Kritik aus. Runde, wohlgeformte Pferde sind schön anzusehen und gelten als normal. Daran haben sich viele Reiter gewöhnt, sie gehören zum Alltag. Viel gutes, energiereiches Futter mit wenig Struktur in Kombination mit zu wenig Bewegung führen dazu, dass Pferde immer mehr dem lustigen Thelwell-Pony ähneln.

Dass die Folgeerscheinungen nicht selten tödlich für das betroffene Tier enden können, nimmt man zu diesem Zeitpunkt häufig noch nicht wahr.

 

Der Koppelbeginn im Frühjahr

In der Natur auf sich gestellt, würde ein Pferd über die Wintermonate aufgrund von energiearmem Futter und Kälte abnehmen. Im Frühjahr würde dieser Energiemangel durch das junge, saftige Gras wieder ausgeglichen werden. Unsere Pferde frieren im Winter eher selten und auch die Fütterung bleibt meist energiereich. Kommen unsere eh schon gut genährten Pferde dann im Frühjahr auf die gut aufgewachsene, vielleicht sogar gedüngte Koppel ist die Gefahr einer schnellen Gewichtszunahme und einer akuten Hufrehe besonders groß.

 

Mein Pferd ist zu dick – und nun?

Wichtig beim Kampf gegen die Fettreserven ist, nichts zu überstürzen. Wie der Mensch auch, sollte das dicke Pferd nicht zu schnell abnehmen. Durch zu rasches Abnehmen, werden schnell zu viele Fettreserven mobilisiert, die nicht von der Leber umgewandelt werden können. Das Fett lagert sich in der Leber ab und kann so zu einer Fettleber und im weiteren Schritt zu einer Verfettung weiterer Organe führen. Die Diät ist also keine Spontan-Aktion sondern eine generelle Umstellung von Pferd und Reiter.

Deutlich mehr Bewegung, aber in kleinen Schritten aufgebaut, ist ein erster Schritt zur Topfigur. Hier eignen sich zum Beginn beispielsweise lange Schritt-Ausritte, gerne kann der Moppel auch als Handpferd mitgeführt werden. Lange Galoppaden sind zu Beginn eher nicht zu empfehlen, da sie auf die Sehnen und Gelenke gehen und diese überbelasten können.

Die Stoffwechselorgane Leber und Nieren können sehr gut mit Heilpflanzen in ihrer Funktion unterstützt werden. So eignet sich z. B. Mariendistelsamen und Artischocke sehr gut für die Anregung der Leber und Brennnessel und Birkenblätter hervorragend für die Unterstützung der Nieren. Passende Heilpflanzen-Kombinationen sind auf jeden Fall zu Beginn der Umstellung ratsam, können aber über die gesamte Dauer der Diät unterstützend dazu gefüttert werden.


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Die Fütterung von Kraftfutter sollte minimiert oder gar eingestellt werden (auch hier auf eine langsame Reduktion achten). Dennoch sollte das Pferd ein hochwertiges Mineralfutter erhalten. Viele kleine Mahlzeiten täglich entsprechen der natürlichen Futteraufnahme von Pferden, dies sollte auch den Pferden in Diät geboten werden.

Leichtfuttrige Pferde und Ponies sollten auf bereits abgegraste Koppeln gebracht oder aber mit einer Fressbremse ausgestattet werden.

Bis zu 6 kleinere Portionen Raufutter täglich halten Stoffwechsel und Verdauungssystem aktiv. Allerdings sollte auf das gute, saftige Heu des ersten Schnitts verzichtet werden. Stattdessen kann auf energieärmeres Heu des 2. Schnittes zurückgegriffen werden und dies kann mit Futterstroh vermischt angeboten werden.

Weitere Informationen:

Journal of Equine Veterinary Science


Artikel von Karen Klein
M. Sc. Agrarwissenschaften
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