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Kräuter in der Daueranwendung

Alle wild lebenden Pflanzenfresser nehmen doch täglich wirkstoffreiche Kräuter auf. Warum sollte man sich da Gedanken über die Daueranwendung von Kräutern bei unseren Haustieren machen?
Beobachtet man Tiere, die die Wahl zwischen zahlreichen Kräutern haben, stellt man fest, dass diese zu den verschiedenen Tages- und Jahreszeiten unterschiedliche Pflanzen wählen. Ihre Wahl hängt zudem davon ab, ob blähende oder gerbstoffreiche Futterpflanzen in der Ration sind, ob die Tiere im Wachstum oder im Fellwechsel sind, trächtig sind oder Milch geben und vieles mehr. Außerdem nehmen Tiere Kräuter in unterschiedlichen Mengen auf. Die meisten bitter, herb oder scharf schmeckenden Kräuter werden von gesunden Tieren gemieden oder nur in sehr kleinen Mengen verzehrt – ähnlich wie wir Menschen dies mit den Gewürzen tun.

Bei kranken Tieren sieht das ganz anders aus. Tiere mit Verdauungsschwäche entwickeln eine Vorliebe für bitterstoffreiche Kräuter, die alle Verdauungssäfte und die Magen-Darmmotorik anregen. Tiere mit Durchfall bevorzugen gerbstoffreiche Kräuter, die den Flüssigkeitsverlust über den Darm mindern, usw. Die Wahl der Kräuter wird gesteuert über die Körperwahrnehmung der Tiere, d.h.: Geruch, Geschmack und das Gefühl, das ein Kraut im Körper verursacht, entscheiden darüber, ob das Tier anschließend noch Lust auf dieses Kraut haben wird. Hat es ihm gutgetan, wird es mehr davon fressen, hat es Beschwerden verursacht, wird das Kraut gemieden. Das ist ein Lernprozess, für den das Tier Übungsmöglichkeiten braucht.
Vor allem die im Stall oder auf intensiv bewirtschafteten Weiden gehaltenen Haustiere haben kaum Wahl- und Übungsmöglichkeiten. Wir Menschen übernehmen die Wahl der Kräuter und damit die Verantwortung. Um dieser Verantwortung gerecht werden zu können, brauchen wir Wissen über pflanzliche Inhaltsstoffe und ihre Auswirkungen auf den Stoffwechsel und die Entgiftungsfunktionen des tierischen Organismus.

Ein krankes Tier nimmt gezielt bestimmte Pflanzenstoffe auf.

Reiz – Reaktion

Kräuter enthalten zahlreiche Wirkstoffe, sie sind Vielstoffgemische. Jeder mit den Pflanzen aufgenommene Wirkstoff löst im Körper eine Reaktion aus, oft eine Schutz- oder Abwehrreaktion: das Immunsystem wird mobilisiert, die Verdauungstätigkeit und die Darmbewegung wird angeregt, die Schleimproduktion der Atemwegsschleimhäute nimmt zu, der Harnfluss und damit die Ausscheidung harnpflichtiger Abfallstoffe wird gesteigert und vieles mehr, je nach Wirkstoffprofil der Kräuter.

Dazu braucht es in der Regel nur kleine Mengen = kleine Reize. Die Kräuter wirken also in niedriger Dosierung aktivierend, regulierend, immunstimulierend u.v.m. In hoher Dosierung würden verdauungsanregende Bitterstoffe evtl. Erbrechen und Durchfall auslösen. Bei Durchfall nützliche Gerbstoffe würden die Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darm stören usw.

Kräuter sind Vielstoffgemische

An Reize kann sich der Organismus gewöhnen und dann bleibt ggf. eine Reaktion aus. Deshalb sollte die „Reizbarkeit“ des Organismus durch Anwendungspausen, einen Wechsel bei den Präparaten oder durch neue Kombinationen von Kräutern erhalten werden.
Manche Heilpflanzen werden unter bestimmten Bedingungen jedoch auch explizit zur Daueranwendung empfohlen, z.B. Ginkgo bei bestimmten Durchblutungsstörungen, Weißdorn beim altersschwachen Herzen und Mariendistel bei Leberproblemen.

Auch Kräuter, die über ihren Mineralstoff- und Vitaminreichtum die Nahrung aufwerten, wie die Brennnessel, sind für eine Daueranwendung geeignet, ebenso Pflanzen, deren Inhaltsstoffe die Darmflora nähren, wie u.a. Wegwarten- oder Löwenzahnwurzel.

Es sind längst nicht alle Wirkmechanismen der Kräuterinhaltsstoffe bekannt. Es zeigt sich aber immer deutlicher, dass für Pflanzenfresser und auch für Allesfresser pflanzliche Wirkstoffe prinzipiell Voraussetzung für eine stabile Gesundheit sind. Ein reichhaltiges Sortiment von mit Sachverstand komponierten Kräutercocktails unterstützt demnach Tierhalter und Tierarzt bei der Gesunderhaltung der Tiere.

Brennnessel

Artikel von Dr. med. vet. Cäcilia Brendieck-Worm
Tierärztin und Heilpflanzenexpertin
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