Ist ein Pferdebein geschwollen, greifen wir automatisch zum Wasserschlauch und kühlen. Das ist auch richtig so. Denn Schwellung, gepaart mit Wärme und Schmerzempfindlichkeit, deuten auf eine Entzündung hin. Doch auch Wärme spielt bei der Regeneration von Gewebe und Muskeln eine Rolle. Wann hilft was?
Wird Ihr Pferd zum Beispiel von einem Artgenossen getreten (stumpfes Trauma), werden Gefäße verletzt. Lymphe und/oder Blut strömt in das umliegende Gewebe und der Bereich schwillt an. Daraufhin beginnt der Körper das beschädigte Gewebe aufzuräumen. Es kommt zu einer Entzündungsreaktion. Kälte verlangsamt das Entzündungsgeschehen, indem sich die Blutgefäße zusammenziehen. So strömen weniger Entzündungszellen ein und es tritt weniger Flüssigkeit in das umliegende Gewebe aus. Schmerz und Schwellung lassen nach.
Bei einem stumpfen Trauma kühlen Sie den Bereich mehrmals täglich für mindestens 10 Minuten. Mehr zum Thema „Richtig Kühlen“ erfahren Sie hier.
Erst nach Abklingen der Entzündung kommt eine Wärmebehandlung in Frage, um die anschließende Regeneration zu beschleunigen. Das ist frühestens nach 48 Stunden der Fall. Prüfen Sie daher erst, ob alle Anzeichen einer Entzündung (Schwellung, Wärme, Rötung) verschwunden sind. Im Gegensatz zu Kälte regt Wärme die Durchblutung und den Lymphfluss an.
Wärme ist zudem ein willkommener Helfer bei Verspannungen und Muskelkater aller Art.
Während Verspannungen mit verhärteten und verkürzten Muskelsträngen einhergehen, kommt es bei Muskelkater zu einem Anschwellen und Dehnen der Muskelfasern (siehe Abbildungen).
Lokal angewendet steigert Wärme die Durchblutung der Muskulatur, wodurch Abbauprodukte besser abtransportiert werden. Gleichzeitig wird der Transport von Sauerstoff und Nährstoffen in die Muskelzellen gefördert.
Verkrampfte Muskeln, Sehnen und Gewebe können unter der Einwirkung von Wärme entspannen.
Sogenannte pflanzliche Irritanzien entfalten eine reizende und infolgedessen wärmende Wirkung.
Cayennepfeffer (Chili)
Enthält Scharfstoffe, v.a. Capsaicinoide, die die Wärme- und Schmerzrezeptoren der Haut stimulieren. Direkt damit in Verbindung stehen:
Senf und Meerrettich
Enthalten Senfölglykoside, die hautreizend sind. Die Folge:
Seien Sie vorsichtig bei Einreibungen im Rückenbereich. Durch die Reizung der Hautrezeptoren kann das Pferd in diesem Bereich empfindlicher sein als sonst (bis zu 48 h).
Wie immer gilt: Rufen Sie im Zweifel einen Tierarzt, der sich Ihr Pferd genau ansieht.
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