Im ersten Teil unserer Reihe sind wir auf die Funktion und die Besonderheiten des Pferdemagens eingegangen. Nun geht es darum, Anzeichen von Magenproblemen zu erkennen.
3. Magenruptur
Bei schwerer Schädigung der Magenschleimhaut kann der Magen reißen. Dies ist aber eine seltene Komplikation. Viel eher reißt der Magen bei Überfüllung, z.B. wenn das Pferd die Futterkammer plündert oder wenn es bei einer Dünndarmkolik zu einem Futterrückstau kommt.
Gelangt Magensäure in den oberen, drüsenlosen Teil des Magens, wird die Schleimhaut angegriffen. Das ist vor allem in Bewegung, bei langen Fresspausen und einer stärke-lastigen Fütterung der Fall.
Läsionen im unteren Magenteil sind meist stressbedingt oder entstehen durch mechanische Verletzungen. Oft betrifft es den Magenausgang. Im unteren Drüsenteil ist die Behandlung durch die ständig anfallende Magensäure schwieriger und langwieriger.
Die klinischen Anzeichen für Magenprobleme sind vielfältig und für Pferdebesitzer oft schwer einzuordnen.
Entzündungen und Geschwüre der Magenschleimhaut sind aber vor allem eines: schmerzhaft. Die Symptome sind daher oft ein Ausdruck von Schmerz. Dies zeigen Pferde auf unterschiedliche Weise.
Anzeichen von Schmerzen
Probleme in der Lösungsphase sowie unrittiges Verhalten (Anspannung, Bocken etc.) werden oft mit Rückenproblemen oder mit der Ausrüstung in Verbindung gebracht. Dabei sind Magenschmerzen viel häufiger Auslöser für derartige Probleme.
Was die Mimik verrät: das Schmerzgesicht
Das Schmerzgesicht (Pain Face) ist ein deutlicher Hinweis auf Schmerzen der inneren Organe. Typisch sind:
– angelegte Ohren mit weitem Abstand
– Muskelspannung oberhalb des Auges
– angespannte Nüstern
– zusammengepresste Maulspalte, Kinn tritt hervor
– angespannte und hervortretende Kaumuskulatur
Weitere (mögliche) Symptome bei Magenproblemen sind:
– Fressunlust (denn beim Fressen schmerzt die geschädigte Schleimhaut)
– Gewichtsabnahme
– Müdigkeit, verminderte Leistungsbereitschaft, Apathie
– Abbau von Muskulatur
– Stumpfes Haarkleid
– Wiederkehrende (leichte) Koliken
– Geruch aus dem Maul
– Aufstoßen
– Kotwasser
Eine genaue Diagnose ist nur mit einer Gastroskopie möglich. Mittels eines Endoskops kann sich der Tierarzt ein genaues Bild vom Magen verschaffen und das Ausmaß der Schädigungen feststellen (Grad 1 bis 4). Außerdem sieht er, in welchem Teil des Magens sich die Läsionen oder Geschwüre befinden.
Eine Gastroskopie ist aber nicht zwingend notwendig. Oftmals wird zunächst auf Verdacht behandelt. Dann kommen Protonenpumpenblocker und ein Schleimhautschutz zum Einsatz. Man spricht dann auch von einer “diagnostischen Therapie“.
Vorsorge ist bekanntlich besser als Nachsorge. Mit ein paar einfachen Tipps können Sie den Grundstein für einen gesunden Pferdemagen legen.
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